Aktuelles aus dem Botanischen Garten

Hier finden Sie Informationen zu aktuellen Veranstaltungen.

Kunstausstellung sehnsuchtsort

Ausstellung im Freiland des Botanischen Gartens Erlangen

25. Juni - 14. August 2016, kuratiert von sutterkress.projekte

Der Botanische Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist eine künstlich geschaffene Naturoase mitten im Stadtzentrum von Erlangen. Bewohnern und Besuchern dient er als Ort der Erholung und der Information. Viele treibt die Sehnsucht nach üppigem Grün und Farbenvielfalt hierher. Die Verbundenheit des Menschen mit der Natur wird hier intensiv spürbar. Diesen Aspekt will die Ausstellung `Sehnsuchtsort´ aufgreifen, sie will aber auch mit künstlerischen Mitteln natürliche Prinzipien, Mechanismen und Systematiken erforschen, die bei Mensch, Tier und Pflanze gleich oder ähnlich sind: Verwurzelung, Vernetzung, Symbiose, Tarnung, Wachstum, Veränderung, Ausbreitung oder Standortwechsel bei guten bzw. schlechten Lebensbedingungen. Begriffe wie Geborgenheit, Heimat, Verlust, Menschsein, kollektiver Wandel werden hier mit impliziert und können vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlich – politischen Situation beleuchtet werden. Nicht nur der Garten erscheint vielen als Sehnsuchtsort, sondern ein ganzes Land, ein ganzer Kontinent.

In sieben aktuellen künstlerischen Positionen - Skulpturen, Objekte und Installationen - soll einerseits der „traumhafte“ Charakter des Gartens betont werden, indem mit den ortsspezifischen Werken Verbindungen zur Natur geschlagen werden, andererseits sollen aber auch immanent vorhandene gesellschaftliche Zusammenhänge reflektiert werden.

    Teilnehmende KünstlerInnen:
  • IRENE ANTON, Berlin
  • STEFAN BRESSEL, Frankfurt/Palermo
  • BARBARA ENGELHARD, Fürth
  • MONIKA GOETZ, Berlin
  • KERSTIN HIMMLER, Ansbach
  • ANDREAS ROHRBACH, Kleinkahl-Edelbach
  • ANNETTE VOIGT, Erlangen
IRENE ANTON, Berlin

Die ortsspezifische vielfarbige textile Großstruktur aus der Serie „networks“ von Irene Anton, die zwischen und mit den Bäumen verknüpf wird, lässt automatisch an Grundformen, wie sie in der Natur vorkommen denken, etwa an ein Pilzmyzel oder an die synapsenartigen Verdickungen im menschlichen Nervensystem, sie assoziiert aber auch die analogen oder digitalen Netzwerke, die das menschliche Zusammenleben bestimmen.

STEFAN BRESSEL, Frankfurt/Palermo

Die Prinzipien von Tarnen und Verstecken hat die Kriegsindustrie von der Natur für ihre Uniformen und Geräte übernommen. Das Tier hat seine Tarntracht, der Mensch bedient sich verschiedener Tarnfarben und -muster, um sich zu verbergen. Ziel ist in beiden Fällen die Somatolyse, das Verschmelzen des Lebewesens mit seiner Umgebung. Die Camouflagen, angepasst und systematisiert für die jeweiligen Kriegsgebiete, sollen unsichtbar machen. Stefan Bressel führt diese Intention mit den separierten spiegelnden Camouflageformen in seiner Arbeit „hortus conclusus“ ad absurdum.

BARBARA ENGELHARD, Fürth

„In Sammet und Seide“ hüllt Barbara Engelhard den Pavillon im Botanischen Garten. Die farbenprächtigen Seidenbänder der Installation reflektieren das Kolorit des blühenden Naturraums. Vor der dunklen Waldzone von außen, aber auch von innen wird die Leuchtkraft der geordnet vertikalen Farbstrukturen erlebbar. Die künstlerische Intervention visualisiert mit Ihrer Zeltform aber auch Begriffe wie Schutz, Geborgenheit, Verbergen, Verstecken.

MONIKA GOETZ, Berlin

Ein Leben ohne willkürlich geschaffene Grenzen, in dem jeder dahin gehen kann, wo die für ihn günstigsten Lebensbedingungen herrschen, gibt es wohl nur in der Natur oder in der Fantasie des Künstlers. Die „World Flag“ von Monika Goetz löst virtuell die Ländergrenzen auf, indem die Flaggen aller 196 offiziell anerkannter Staaten übereinander kopiert wurden und nur eine einzige zart bunt changierende poetische Fahne übrig bleibt.

KERSTIN HIMMLER, Ansbach

Märchenhaft sind auf den ersten Blick die skulpturalen Installationen in leuchtenden Farben von Kerstin Himmler, auf den zweiten Blick wird das Idyll gebrochen. Den zwei aus Plastikfolie geformten Rehkitzen werden zum Schutz ABC-Masken übergestülpt. Das surreale Environment „Lost in the sphere“ setzt sich kritisch, bunt und plakativ mit unserer eigenen Verantwortung bei der Schaffung unserer Sehnsuchtsorte auseinander.

ANDREAS ROHRBACH, Kleinkahl-Edelbach

Die „Emanationen“, die punktuell bearbeiteten auf filigranen Metallgestellen ruhenden Steinskulpturen von Andreas Rohrbach, versprühen an heißen Sommertagen kleinste Mengen von Wasser, nicht zweckgebunden, wie sonst im Garten üblich sondern als visuelles und taktiles Erlebnis: Den unwirklich erscheinenden poetischen Nebelraum mit seinen vielfältigen Sonnenreflektionen in Regenbogenfarben kann man durchqueren.

ANNETTE VOIGT, Erlangen

Zunächst muss so ein irdisches Paradies erst einmal geschaffen werden. Erst durch viel Arbeit kann die Natur gestaltet und dem Wildwuchs Einhalt geboten werden. Ohne Fleiß kein Preis, und ohne Mühsal keine gärtnerischen Erfolge. An die tägliche Anstrengung, aber auch an fast vergessene Auszeichnungen in überkommenen Gesellschaftssystemen erinnern die humorvollen „Großen Helden der Arbeit“ von Annette Voigt.

Text: Martina Sutter Kress, sutterkress.projekte

Aromagartenfest

Mittwoch, 29. Juni 2016, 17:00 bis 21:00 Uhr

Aromagartenfest 2016

Die Hauptblütezeit des Aromagartens liegt im frühen Sommer. Zu dieser Zeit stehen das Lavendelfeld, der Salbeihang und der Thymianrasen in voller Blüte und tauchen den Garten in ein Meer aus Wohlgerüchen. Besonders an heißen Sommertagen liegt das Aroma der großflächig angepflanzten Kräuter in der Luft und lädt Besucher dazu ein, den Duft der einzelnen Pflanzen durch das Zerreiben eines Blattes zu intensivieren. Dabei entdecken viele Besucher eine starke Vielfalt des Geruches innerhalb einer Pflanzenfamilie. So finden sich beispielsweise nahe dem Eingang zum Aromagarten viele unterschiedliche Thymianarten, deren Duft und Aroma von zitronenartig frisch über konzentriert würzig bis blumig rosenähnlich variiert. Dies hängt damit zusammen, dass bereits geringfügige Änderungen der pflanzlichen Erbmasse beträchtliche Abweichungen in der Zusammensetzung des ätherischen Öls der betreffenden Pflanze zur Folge haben können. Interessant ist auch, wie subjektiv und von eigenen Erfahrungen und Erinnerungen geprägt Gerüche wahrgenommen werden. Besonders im hinteren Teil des Gartens finden sich zahlreiche Pflanzen, wie Katzenminze und Baldrian, deren ätherisches Öl eine eher abstoßende Wirkung hat und die dementsprechend auch als `stinkend´ bezeichnet werden. Für diese Pflanzen ist ihr unangenehmer Geruch oft ein zielgenau entwickelter Schutzmechanismus, da sich viele Kräuter auf diese Art und Weise vor Freßfeinden schützen oder gefährliche Bakterien und Pilze durch die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle von sich fern halten. Am Aromagartenfest am Mittwoch, den 29. Juni 2016, kann man auf Führungen die einzelnen Aromapflanzen und ihre individuellen Gerüche kennenlernen. Die komplexen Hintergründe zur Synthese und Anwendung ätherischer Öle werden um 18:00 Uhr von Prof. Dr. Wolfgang Kreis erklärt. Um 19:30 kann man sich bei der Schnupperstunde `Ein Duft liegt in der Luft´ mit Dr. Elke Puchtler auf die Suche nach dem eigenen Lieblingsgeruch machen und die Pflanze, die sich dahinter verbirgt, genauer entdecken. Besonders interessant wird es in der Duftwerkstatt von Diana Härpfer, in der man kleine Duftkissen, Badesalz oder Lavendelsalbe selber herstellen kann.

Führungen:
17:00 Nektar, Duft und Farbe Katrin Simon
17:30 Aromatische Tees - vom Wellness-Getränk bis zur Teedroge Dr. Elke Puchtler
18:00 Aromen atmen - Düfte destillieren Prof. Dr. W. Kreis
18:30 Tipps für den häuslichen Duftgarten Jakob Stiglmayr
19:00 Worauf Insekten fliegen Dr. Ulrike Daigl
19:30 Ein Duft liegt in der Luft: `Schnupperstunde´ im Aromgarten Dr. Elke Puchtler
Treffpunkt zu allen Führungen beim Brunnen

Duftmemory für Kinder und Erwachsene

Würziges vom Grill & Getränke

`Duftwerkstatt´ Duftkissen, Badesalz und Lavendelsalbe selber herstellen - für Kinder & Erwachsene mit Diana Härpfer.
Wer Badesalz herstellen möchte, bitte ein leeres Marmeladenglas mitbringen.

Aussteller mit Verkauf:

  • Fruchtaufstriche, Pestos ... von `Gutes aus Franken´
  • Bilder und Postkarten von Jutta Cuntze
  • Pflanzenverkauf der Bioland Gärtnerei Gartenreich Oberrieden (Stauden, Kräuter, Heilpflanzen uvm.)

Ab 19:00 Uhr spielt das Duo `ABsolut eigenartig´

Der Eintritt ist frei - Spenden sind willkommen

Programmänderungen möglich!

Sommerabend 2016

Sommerabend

Donnerstag, 14. Juli 2016, 18:00 bis 22:30 Uhr

Eintritt Erwachsene 10 €, FBGE-Mitglieder 5 € zzgl. VVK-Gebühr; Kartenvorverkauf ab 16.06. im E-Werk, Fuchsenwiese 1, 91054 Erlangen
Abendkasse 12 €, FBGE-Mitglieder 6 €
Kinder / Jugendliche bis 16 J. frei

Führungen:
18:15 Der Botanische Garten zum Kennenlernen Dr. Walter Welß
18:45 Gartenhöhepunkte am Sommerabend Jakob Stiglmayr
19:30 `Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund´; Bittere Arzneischätze zwischen Tradition und Moderne Dr. Elke Puchtler
Treffpunkt zu allen Führungen: Gewächshauseingang

Ausstellung `Nachwachsende Rohstoffe´ in der Winterhalle
Poster-Ausstellung `Kleine Strukturen - große Wirkung´
Die Neischl-Höhle öffnet ihre Pforten von 18:00 - 21:00 Uhr
Öffnung der Schauhäuser bis 21:00 Uhr
Ab 19:30 spielt die `Profs Night Big Band´ auf der Wiese
Cocktails & Catering auf dem Wirtschaftshof
Softdrinks, Bier, Wein in der Winterhalle

Programmänderungen möglich!

Saitenvögel

Nachwachsende Rohstoffe: Pflanzen, Produkte, Perspektiven

Ausstellung in der Winterhalle des Botanischen Gartens Erlangen
12. Juni - 28. August 2016, Öffnungszeiten: täglich 10:00 - 17:00 Uhr

Ausstellung nachwachsende Rohstoffe in der Winterhalle

Nachwachsende Rohstoffe bieten viele Perspektiven um Klima- und Naturschutzziele nachhaltig zu erreichen. Ein weltweit stetig steigender Rohstoffbedarf fordert uns heraus, die Chancen nachwachsender Rohstoffe zu nutzen: Pflanzliche Inhaltsstoffe können in gleicher Weise wie fossile Ressourcen als Grundstoff für eine industrielle Nutzung fungieren und eignen sich in hohem Maße zur Erzeugung von Energie und Kraftstoffen. Auch Reinigungsmittel, Gummi- und Holzprodukte, Kosmetika und vieles mehr können aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Der Botanische Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zeigt in der Winterhalle auf, wo uns schon heute eine große Anzahl nachwachsender Rohstoffe im Alltag begleitet. So kann man beispielsweise entdecken, dass aus Algen hergestellte Gelatine eine Alternative für Vegetarier bietet und schon in zahlreichen Produkten, wie beispielsweise in Puddings, Ketchup oder Joghurt Verwendung find et. Interessant sind auch biologisch abbaubare Folien aus Stärke, aus denen inzwischen kompostierbare Tüten oder chirurgisches Nahtmaterial hergestellt werden. Auch unser Kleiderschrank ist gefüllt von nachwachsenden Rohstoffen - vom Baumwoll-T-Shirt bis hin zu Stoffen aus Lein und Hanf halten uns die Faserpflanzen warm und dienen überdies zur Herstellung von Seilen oder Netzen.

Kleine Strukturen - große Wirkung

Poster-Ausstellung im Eingang zu den Gewächshäusern des Botanischen Gartens Erlangen
06. April - 28. August 2016, Öffnungszeiten: Di - So 9:30 - 15:30 Uhr

Salvinia

Die Pflanzenwelt beeindruckt durch ihre unglaubliche Vielfalt. In Bezug auf Wuchsform, Blätter und Blüten wird diese Biodiversität einfach wahrgenommen und fasziniert viele Besucher des Botanischen Gartens der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Dass die Oberflächenstrukturen dieser Pflanzen ebenso mannigfaltig und facettenreich sind, kann im Gegensatz dazu oft nur schwer wahrgenommen werden. Die Poster-Ausstellung „Kleine Strukturen - große Wirkung“ des Exzellenzclusters Engineering of Advanced Materials (EAM) der FAU zeigt im Eingang zu den Gewächshäusern die Vielfalt des Allerkleinsten. Mikroskopische Aufnahmen verschiedener Pflanzen- und Tieroberflächen ermöglichen nicht nur ein besseres Verständnis vieler beeindruckender Phänomene, wie beispielsweise des Lotus-Effektes, sondern schaffen auch eine neue Aufmerksamkeit für die faszinierende Welt des Mikrokosmos.

Was haben jedoch die Oberflächenstrukturen in der Natur und die Entwicklung von modernen Hochleistungsmaterialien gemeinsam? Die Antwort ist, einen hierarchischen, d.h. geordneten, Strukturaufbau. Sieht man sich Materialien in immer größerer Auflösung an, zeigen sich dabei immer neue Unterstrukturen. Die faszinierenden Eigenschaften von Muschelschalen, Schmetterlingsflügeln oder Pflanzen werden durch die Struktur- und Funktionszusammenhänge der Mikro- und Nanostruktur gesteuert.

Von diesem Strukturaufbau in der Natur lassen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Erlanger Exzellenzcluster EAM inspirieren. In diesem interdisziplinären Forschungsverbund werden kleinste Nanoteilchen mit maßgeschneiderten EigenschaftenStück für Stück bis zu neuen Strukturen und innovativen Bauteilen zusammengefügt. Dabei entstehen ganz neue Materialeigenschaften, so dass Handys oder Computer schneller, Elektronikbauteile kleiner und leistungsfähiger werden, Solarzellen flexibel und günstig in der Produktion sind, Autos leichter werden oder regenerativ erzeugte Energie effizient gespeichert werden kann.

Strukturen

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