Aktuelles aus dem Botanischen Garten

Hier finden Sie Informationen zu aktuellen Veranstaltungen.

Kunstausstellung sehnsuchtsort

Ausstellung im Freiland des Botanischen Gartens Erlangen

25. Juni - 25. August 2016, kuratiert von sutterkress.projekte

Der Botanische Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist eine künstlich geschaffene Naturoase mitten im Stadtzentrum von Erlangen. Bewohnern und Besuchern dient er als Ort der Erholung und der Information. Viele treibt die Sehnsucht nach üppigem Grün und Farbenvielfalt hierher. Die Verbundenheit des Menschen mit der Natur wird hier intensiv spürbar. Diesen Aspekt will die Ausstellung `Sehnsuchtsort´ aufgreifen, sie will aber auch mit künstlerischen Mitteln natürliche Prinzipien, Mechanismen und Systematiken erforschen, die bei Mensch, Tier und Pflanze gleich oder ähnlich sind: Verwurzelung, Vernetzung, Symbiose, Tarnung, Wachstum, Veränderung, Ausbreitung oder Standortwechsel bei guten bzw. schlechten Lebensbedingungen. Begriffe wie Geborgenheit, Heimat, Verlust, Menschsein, kollektiver Wandel werden hier mit impliziert und können vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlich – politischen Situation beleuchtet werden. Nicht nur der Garten erscheint vielen als Sehnsuchtsort, sondern ein ganzes Land, ein ganzer Kontinent.

In sieben aktuellen künstlerischen Positionen - Skulpturen, Objekte und Installationen - soll einerseits der „traumhafte“ Charakter des Gartens betont werden, indem mit den ortsspezifischen Werken Verbindungen zur Natur geschlagen werden, andererseits sollen aber auch immanent vorhandene gesellschaftliche Zusammenhänge reflektiert werden.

    Teilnehmende KünstlerInnen:
  • IRENE ANTON, Berlin
  • STEFAN BRESSEL, Frankfurt/Palermo
  • BARBARA ENGELHARD, Fürth
  • MONIKA GOETZ, Berlin
  • KERSTIN HIMMLER, Ansbach
  • ANDREAS ROHRBACH, Kleinkahl-Edelbach
  • ANNETTE VOIGT, Erlangen
IRENE ANTON, Berlin

Die ortsspezifische vielfarbige textile Großstruktur aus der Serie „networks“ von Irene Anton, die zwischen und mit den Bäumen verknüpf wird, lässt automatisch an Grundformen, wie sie in der Natur vorkommen denken, etwa an ein Pilzmyzel oder an die synapsenartigen Verdickungen im menschlichen Nervensystem, sie assoziiert aber auch die analogen oder digitalen Netzwerke, die das menschliche Zusammenleben bestimmen.

STEFAN BRESSEL, Frankfurt/Palermo

Die Prinzipien von Tarnen und Verstecken hat die Kriegsindustrie von der Natur für ihre Uniformen und Geräte übernommen. Das Tier hat seine Tarntracht, der Mensch bedient sich verschiedener Tarnfarben und -muster, um sich zu verbergen. Ziel ist in beiden Fällen die Somatolyse, das Verschmelzen des Lebewesens mit seiner Umgebung. Die Camouflagen, angepasst und systematisiert für die jeweiligen Kriegsgebiete, sollen unsichtbar machen. Stefan Bressel führt diese Intention mit den separierten spiegelnden Camouflageformen in seiner Arbeit „hortus conclusus“ ad absurdum.

BARBARA ENGELHARD, Fürth

„In Sammet und Seide“ hüllt Barbara Engelhard den Pavillon im Botanischen Garten. Die farbenprächtigen Seidenbänder der Installation reflektieren das Kolorit des blühenden Naturraums. Vor der dunklen Waldzone von außen, aber auch von innen wird die Leuchtkraft der geordnet vertikalen Farbstrukturen erlebbar. Die künstlerische Intervention visualisiert mit Ihrer Zeltform aber auch Begriffe wie Schutz, Geborgenheit, Verbergen, Verstecken.

MONIKA GOETZ, Berlin

Ein Leben ohne willkürlich geschaffene Grenzen, in dem jeder dahin gehen kann, wo die für ihn günstigsten Lebensbedingungen herrschen, gibt es wohl nur in der Natur oder in der Fantasie des Künstlers. Die „World Flag“ von Monika Goetz löst virtuell die Ländergrenzen auf, indem die Flaggen aller 196 offiziell anerkannter Staaten übereinander kopiert wurden und nur eine einzige zart bunt changierende poetische Fahne übrig bleibt.

KERSTIN HIMMLER, Ansbach

Märchenhaft sind auf den ersten Blick die skulpturalen Installationen in leuchtenden Farben von Kerstin Himmler, auf den zweiten Blick wird das Idyll gebrochen. Den zwei aus Plastikfolie geformten Rehkitzen werden zum Schutz ABC-Masken übergestülpt. Das surreale Environment „Lost in the sphere“ setzt sich kritisch, bunt und plakativ mit unserer eigenen Verantwortung bei der Schaffung unserer Sehnsuchtsorte auseinander.

ANDREAS ROHRBACH, Kleinkahl-Edelbach

Die „Emanationen“, die punktuell bearbeiteten auf filigranen Metallgestellen ruhenden Steinskulpturen von Andreas Rohrbach, versprühen an heißen Sommertagen kleinste Mengen von Wasser, nicht zweckgebunden, wie sonst im Garten üblich sondern als visuelles und taktiles Erlebnis: Den unwirklich erscheinenden poetischen Nebelraum mit seinen vielfältigen Sonnenreflektionen in Regenbogenfarben kann man durchqueren.

ANNETTE VOIGT, Erlangen

Zunächst muss so ein irdisches Paradies erst einmal geschaffen werden. Erst durch viel Arbeit kann die Natur gestaltet und dem Wildwuchs Einhalt geboten werden. Ohne Fleiß kein Preis, und ohne Mühsal keine gärtnerischen Erfolge. An die tägliche Anstrengung, aber auch an fast vergessene Auszeichnungen in überkommenen Gesellschaftssystemen erinnern die humorvollen „Großen Helden der Arbeit“ von Annette Voigt.

Text: Martina Sutter Kress, sutterkress.projekte

Nachwachsende Rohstoffe: Pflanzen, Produkte, Perspektiven

Ausstellung in der Winterhalle des Botanischen Gartens Erlangen
12. Juni - 28. August 2016, Öffnungszeiten: täglich 10:00 - 17:00 Uhr

Ausstellung nachwachsende Rohstoffe in der Winterhalle

Nachwachsende Rohstoffe bieten viele Perspektiven um Klima- und Naturschutzziele nachhaltig zu erreichen. Ein weltweit stetig steigender Rohstoffbedarf fordert uns heraus, die Chancen nachwachsender Rohstoffe zu nutzen: Pflanzliche Inhaltsstoffe können in gleicher Weise wie fossile Ressourcen als Grundstoff für eine industrielle Nutzung fungieren und eignen sich in hohem Maße zur Erzeugung von Energie und Kraftstoffen. Auch Reinigungsmittel, Gummi- und Holzprodukte, Kosmetika und vieles mehr können aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Der Botanische Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zeigt in der Winterhalle auf, wo uns schon heute eine große Anzahl nachwachsender Rohstoffe im Alltag begleitet. So kann man beispielsweise entdecken, dass aus Algen hergestellte Gelatine eine Alternative für Vegetarier bietet und schon in zahlreichen Produkten, wie beispielsweise in Puddings, Ketchup oder Joghurt Verwendung find et. Interessant sind auch biologisch abbaubare Folien aus Stärke, aus denen inzwischen kompostierbare Tüten oder chirurgisches Nahtmaterial hergestellt werden. Auch unser Kleiderschrank ist gefüllt von nachwachsenden Rohstoffen - vom Baumwoll-T-Shirt bis hin zu Stoffen aus Lein und Hanf halten uns die Faserpflanzen warm und dienen überdies zur Herstellung von Seilen oder Netzen.

Kleine Strukturen - große Wirkung

Poster-Ausstellung im Eingang zu den Gewächshäusern des Botanischen Gartens Erlangen
06. April - 28. August 2016, Öffnungszeiten: Di - So 9:30 - 15:30 Uhr

Makro-Aufnahme: Wassertropfen auf Schwimmfarn

Die Pflanzenwelt beeindruckt durch ihre unglaubliche Vielfalt. In Bezug auf Wuchsform, Blätter und Blüten wird diese Biodiversität einfach wahrgenommen und fasziniert viele Besucher des Botanischen Gartens der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Dass die Oberflächenstrukturen dieser Pflanzen ebenso mannigfaltig und facettenreich sind, kann im Gegensatz dazu oft nur schwer wahrgenommen werden. Die Poster-Ausstellung „Kleine Strukturen - große Wirkung“ des Exzellenzclusters Engineering of Advanced Materials (EAM) der FAU zeigt im Eingang zu den Gewächshäusern die Vielfalt des Allerkleinsten. Mikroskopische Aufnahmen verschiedener Pflanzen- und Tieroberflächen ermöglichen nicht nur ein besseres Verständnis vieler beeindruckender Phänomene, wie beispielsweise des Lotus-Effektes, sondern schaffen auch eine neue Aufmerksamkeit für die faszinierende Welt des Mikrokosmos.

Was haben jedoch die Oberflächenstrukturen in der Natur und die Entwicklung von modernen Hochleistungsmaterialien gemeinsam? Die Antwort ist, einen hierarchischen, d.h. geordneten, Strukturaufbau. Sieht man sich Materialien in immer größerer Auflösung an, zeigen sich dabei immer neue Unterstrukturen. Die faszinierenden Eigenschaften von Muschelschalen, Schmetterlingsflügeln oder Pflanzen werden durch die Struktur- und Funktionszusammenhänge der Mikro- und Nanostruktur gesteuert.

Von diesem Strukturaufbau in der Natur lassen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Erlanger Exzellenzcluster EAM inspirieren. In diesem interdisziplinären Forschungsverbund werden kleinste Nanoteilchen mit maßgeschneiderten EigenschaftenStück für Stück bis zu neuen Strukturen und innovativen Bauteilen zusammengefügt. Dabei entstehen ganz neue Materialeigenschaften, so dass Handys oder Computer schneller, Elektronikbauteile kleiner und leistungsfähiger werden, Solarzellen flexibel und günstig in der Produktion sind, Autos leichter werden oder regenerativ erzeugte Energie effizient gespeichert werden kann.

Strukturen

Apfelausstellung in der Winterhalle 2016

Apfelwoche

Apfelsortenausstellung in der Winterhalle von Mittwoch, 21. - Sonntag 25. September 2016, 10:00 bis 17:00 Uhr
Eröffnung am Mittwoch, den 21. September 2016, 11:00 Uhr

Mit einer Apfelwoche, die in enger Kooperation mit dem Obstinformationszentrum Fränkische Schweiz und dem Landratsamt Forchheim geplant wurde, lädt der Botanische Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Besucher dazu ein, ihren persönlichen Apfel-Favoriten selber zu entdecken. Dabei ist die genetische Vielfalt erstaunlich: 160 verschiedene Apfelsorten werden in dieser Woche zu sehen sein. Bei vielen neueren Sorten steht bei der Züchtung vor allem ihre Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten im Vordergrund. Mit der Zielvorgabe, natürliche Resistenzen durch Kreuzung zu verstärken, ist beispielsweise auch die pflegeleichte und weitverbreitete Sorte `Topaz´ entstanden, die als Winterapfel im Bio-Anbau auch regional von wachsender Bedeutung ist. Während es allein in Deutschland hunderte Apfelsorten gibt, werden in Supermärkten oft nicht mehr als 10 bis 12 verschiedene Apfelsorten angeboten. In der Winterhalle des Botanischen Gartens können Apfelgourmets nun viele weitere nicht so bekannte Äpfel kennenlernen. Verkosten können Besucher beispielsweise die Sorte Santana, eine Kreuzung aus Elstar und Priscilla, die besonders für Allergiker gut geeignet ist. Während die `Champagner-Renette´ saftig und feinsäuerlich erfrischend schmeckt, ist der `Gelbe Edelapfel´ vor allem aufgrund seines hohen Vitamin C-Gehaltes eine gute Wahl. Vielleicht werden Besucher bei den ausgestellten Obstgehölzen ja direkt fündig: Am Samstag kann bei dem Verkauf der Obstbaumschule Schmitt ein passender Baum für den eigenen Garten gefunden werden.

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