Was ist eine Figurenbeute?
Beute ist in der
Imkersprache der Fachausdruck für Bienenstock:
"In der Blütezeit der Imkerei im 14. und
15. Jahrhundert begriffen die Zeidler, wie mühsam es war,
Bienenvölker in hohlen Baumstämmen in waghalsiger Höhe zu
betreuen. Also begannen sie, die Bienenvölker auszuschneiden
und diese Baumklötze dann am Boden aufzustellen. In Schwaben,
im Sudetenland, aber auch im norddeutschen Raum wurden diese
sogenannten "Klotzbeuten" vielfach noch
künstlerisch gestaltet, als Figuren, Tierköpfe oder
Fabelwesen."
Nürnberger Zeitung, Juli 1996, anlässlich der
Einweihung einer von Birgit Jönsson geschnitzten Figurenbeute
(ein Bär) im Nürnberger Tiergarten
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Vom Eichenstamm zur Holzskulptur
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Figurenbeuten von Birgit Jönsson
Birgit Jönsson hat Philosophie studiert und
machte nebenher praktische Übungen bei dem Kunstmaler und
Restaurator Antonio Angel an der Residenz München. In Oberammergau
absolvierte sie eine dreijährige Lehre für Holzbildhauerei und
Schnitzen. Dort kam sie auf die Idee, den Bienen originelle
Wohn- und Arbeitsräume zu schaffen.
Sie hat schon viele
unterschiedliche Figuren gestaltet. Sehr sorgfältig wählt
sie dabei das Bienenflugloch aus, durch das die Biene
ein- und ausfliegt. Zum 250. Geburtstag von Johann Wolfgang
von Goethe fertigte sie für das Deutsche Bienenmuseum in
Weimar eine Figurenbeute mit seinem Konterfei. Das Flugloch
befindet sich beim Goetheschen Bienenstock sinnigerweise in
der Stirn des Dichters und Denkers.
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Luise Rückert als Modell für die Erlanger Figurenbeute
Das Modell für die Figurenbeute im Erlanger Jubiläumsjahr
bildet Luise Rückert. "Eine Frau, die" - wie Birke
Grießhammer kritisch beschreibt - "mehr als
fraulich-liebenswert und tüchtig, wenn nicht - aus
Männersicht - gar noch "bienenfleißig" war. Eine
Frau, die sich in ihrem zehrenden Alltag aufopferte und selbst
zu Lebzeiten im Schatten ihres berühmten Mannes Friedrich
Rückert stand." Luise und Friedrich Rückert lebten
von 1826 bis 1841 in Erlangen, davon von 1830 - 1837 im
Egloffstein'schen Palais im Flügel zur südlichen
Stadtmauerstraße. In dieser Zeit starben zwei ihrer jüngsten
Kinder, Ernst und Luise, 1833 an einer Scharlachepidemie.
"Den Tod beider Kinder hat Luise Rückert ausführlich in
ihrem Tagebuch beschrieben. Auch der Vater, Friedrich
Rückert, litt unsäglich am grausamen Tod dieser beiden
Jüngsten. Als Dichter verarbeitete er den Schmerz in fast 500
"Kindertotenliedern". (aus "Luise
Rückert, geb. Wiethaus-Fischer, Mein guter Geist, mein
bessres Ich", von Ingeborg Forssmann, Würzburg 1997)
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Figurenbeute im Arzneigarten
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